Anlagenkataster entsprechend § 11 der Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS)

Entsprechend der Muster VAwS sind in den einzelnen Bundesländern die Verordnungen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen dahingehend ergänzt, dass über den § 11 die Forderung nach einem Anlagenkataster dokumentiert wird. Das Anlagenkataster umfasst eine Aufforderung, dass Betreiber von Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen entsprechend einer definierten Gefährdungsstufe D eine Beschreibung der Anlage und des Aufstellungsortes mit ihren wesentlichen Merkmalen sowie der Art und des Volumens des wassergefährdenden Stoffes angeben. Des weiteren wird verlangt, dass für den Gewässerschutz bedeutsame Gefahrenquellen in der Anlage und entsprechende Vorkehrungen und Maßnahmen zur Vermeidung von Gewässerschäden bei Betriebsstörungen in der Anlage dokumentiert werden. So ist z.B. für den wassergefährdenden Stoff Heizöl EL mit einer Wassergefährdungsklasse 2 ein Anlagenkataster bei einer Lagerung von mehr als 100 m3 zu erstellen. Je kritischer der Stoff ist, d.h. um so wassergefährdender, kann ein sog. Kataster schon ab einer Lagermenge von 1 m3 Flüssigkeit gefordert werden. Zu diesen kritischeren Stoffen zählen z.B. nach neu überarbeitetem Katalog wassergefährdender Stoffe auch die an der Tankstelle abgefüllten Ottokraftstoffe.

Um ein Anlagenkataster zu erstellen, wird eine Vorgehensweise in zwei Schritten empfohlen. Im ersten Schritt wird eine Ist-Zustandsanalyse realisiert, um dem Auftraggeber einen Überblick über den augenblicklichen Zustand der Anlagen geben zu können. Dieser Überblick wird ergänzt durch Empfehlungen zur u.U. erforderlichen Umrüstung der Anlagen entsprechend der einschlägigen Vorschriften.

Im zweiten Schritt wird das Anlagenkataster für die zuständige Behörde erstellt und zwar unter Hinweis auf den augenblicklichen Zustand der Anlage und der zeitlichen Abfolge der geplanten Anlagenverbesserungen bzw. Ergänzungen hinsichtlich der einschlägigen Vorschriften. Es wird hierdurch gewährleistet, dass der Auftraggeber den sowohl zeitlichen als auch finanziellen Überblick zu möglicherweise zu tätigenden Anlagenveränderungen behält und die zuständige Behörde über die technischen Umbauten informiert ist und auch zukünftig bleibt.

Die angebotene Leistung umfasst

  • die Bestandsaufnahme existierender und betriebener sowie auch stillgelegter Anlagen in Form der Akteneinsicht und der vor Ort Tätigkeit durch Besichtigung und ggf. erforderlicher Öffnung von Behältern.
  • die Betrachtung des zu einer Anlage gehörenden Umfeldes, soweit dieses z.B. für Betankungszwecke genutzt wird
  • die Gewässerschutzaspekte unter Beachtung der geologischen und hydrogeologischen Vorgaben sowie
  • die Fragestellung, über welche Wege bei Austritt von Flüssigkeit diese in die Kanalisation (Mischwasser- oder Trennkanalisation) gelangen kann.

Die Zusammenfassung der Daten und Erkenntnisse werden in der Ist-Zustandsanalyse dokumentiert, verbunden mit einer Empfehlung zur technischen Anpassung, sofern diese notwendig ist. Hierzu werden ebenfalls Kostenbetrachtungen mit eingeschlossen.

Nach Präsentation der Ist-Zustandsanalyse und Festlegung des Zeitrahmens unter Berücksichtigung der finanziellen Aufwendungen beim Auftraggeber, wird dann das Anlagenkataster als Vorlage für die zuständige Behörde erarbeitet.